AUS DEM UNTERNEHMEN

01.01.2015

Moderner Familienbetrieb

„Groß im Kommen!“ Das ist das Motto der Wäscherei Indlekofer in Bonndorf. Der Familienbetrieb im Schwarzwald hat im vergangenen Jahr angebaut und modernisiert. Effiziente, ressourcensparende Prozesse standen im Vordergrund. Dabei helfen neueste Technik und ein sparsames Waschverfahren.

Sie freuen sich gemeinsam über die Modernisierung der WäschereiIndlekofer(v.li.): Inhaber Jürgen Mutter mit Frau Susanne, David Franke, Sabrina Papadopoulos und Silvio Müller von Ecolab sowie Thomas Mutter, Sohn der Inhaber und Nachfolger. Foto: Schönhaar

Die Dosieranlage von Ecolab hilft beim ressourcensparenden Einsatz von Waschmitteln.

Vor der Eingabe werden die Teile durch einen Pickup vereinzelt.

Drei Millionen Euro investiert, die Produktionsfläche in sechs Monaten Bauzeit auf 2.800 m2 verdoppelt, den Maschinenpark komplett modernisiert, die tägliche Leistung auf bis zu 25 t Wäsche gesteigert. Es sind beeindruckende Zahlen und Fakten, die die Wäscherei Indlekofer liefert. Die Erweiterung und Modernisierung war ein Kraftakt, aber jetzt sind die Unternehmerfamilie Mutter und ihre 90 Mitarbeiter froh, dass es geschafft ist. Der Betrieb im Schwarzwald ist seit 1952 in Familienbesitz und wird in zweiter Generation von der Familie Mutter geführt.

1982 hat Jürgen Mutter das Unternehmen seiner Eltern übernommen; unterstützt wird er von seiner Frau Susanne Mutter und auch die dritte Generation ist mit Sohn Thomas Mutter bereits im Betrieb tätig. Tochter Janine fängt im Laufe des Jahres in der Wäscherei an nach Beendigung ihrer kaufmännischen Ausbildung. Ihr Bruder Thomas wird im Sommer 2015 mit seinem Studium an der dualen Hochschule in Karlsruhe fertig. Mit 25 hat er nach der Gesellen- und Meisterausbildung im Textilreinigerhandwerk dann auch einen Hochschulabschluss im betriebswirtschaftlichen Studiengang „Unternehmertum“, erzählt Susanne Mutter stolz. „Ohne Thomas als Nachfolger hätten wir den Ausbau in der Größe nicht gemacht“, sagt sie.

Eine Erweiterung sei aber schon lange im Gespräch gewesen – gezwungenermaßen, denn man stieß an die Kapazitätsgrenzen, räumlich und bei der Maschinenleistung. Also entschloss man sich im Jahr 2014, eine „neue Waschdimension“ zu etablieren und kräftig zu investieren. Nach Erweiterung und Modernisierung ist die Wäscherei Indlekofer nun für die Zukunft gut aufgestellt – und es ist sogar noch Luft nach oben, im wahrsten Sinne des Wortes: Wegen des Platzmangels wurde in die Höhe gebaut und es wird teilweise zweistöckig produziert. Um die Kapazität zu erweitern, brauchte es aber nicht nur mehr Platz, sondern auch leistungsfähigere Technik. Den Großteil der neuen Maschinen lieferte Kannegiesser: eine neue Waschstraße mit 16 Kammern à 75 kg, eine Sackanlage, drei neue Trockner à 85 kg, drei neue Frottee-Faltmaschinen, ein Pickup, eine neue Mangelstraße sowie Fahrund Hubbänder für die interne Logistik gehören nun zum Maschinenpark bei Indlekofer. Die verbaute Hightech ermöglicht auch eine Betriebsdatenerfassung; Stückzahlen, Maschinenlaufzeiten, Störungen etc. senden die Maschinen an einen Server, von dem die Daten wiederum am PC abgerufen werden können. Außerdem sind die Kundendaten für die richtige Zuordnung der Wäsche in Barcodes hinterlegt. Daten- und Warenfluss sind also synchronisiert.

So hat die Wäsche ihre zugehörige Kundennummer ab dem Wareneingang bei allen Prozessen dabei. Jeder Kunde hat eine Nummer, die der Mitarbeiter einscannt. Die Daten gehen an die Maschine, die automatisch weiß, welches Programm zu laufen hat.

Umbau ohne Betriebsunterbrechung

Wichtig war der Familie Mutter bei der Modernisierung: Man konnte permanent weiterarbeiten, es gab keine Betriebsunterbrechung. Das liegt auch am gut funktionierenden Familienteam. Jeder hat in der Wäscherei seinen Part: Der Junior Thomas ist für die Technik zuständig, Susanne Mutter für die Buchhaltung und das Personal, der Senior für die Kunden. Zu den Kunden der Wäscherei gehören v.a. Hotels und Gastronomiebetriebe, aber auch Kur- und Rehakliniken sowie Alten- und Pflegeheime. In einem Radius von rund 200 km werden Kunden aus Südbaden und der Schweiz bedient. Zehn LKWs und drei Anhänger gehören zum Fuhrpark. Und mit den LKWs geht auch der Betriebsrundgang los. Sie liefern die Schmutzwäsche am logistisch optimierten Wäschereitor an. In Rollcontainern geht es zur Sackaufgabestation. Der Inhalt der Säcke wird automatisch in eine der beiden Waschstraßen entleert. Es folgt die Bearbeitung mit Presse oder Zentrifuge. Aus der Presse geht es mit dem Hubband in den zweiten Stock. Diese neue, zweite Ebene wird für Beförderungswege und einige Arbeitsgänge genutzt.

Beispielsweise stehen die großen, automatisch be- und entladbaren Trockner unter der Hallendecke. Das hat nicht nur Platzgründe. Energietechnisch und für das Arbeitsplatzklima ist diese Lösung ideal, weiß auch Thomas Mutter. Er ist ein echter „Technikfan“. Deshalb freut er sich besonders über die Neuausstattung des Betriebs. Der Tüftler hat eine eigene Werkstatt in der Wäscherei, sogar mit Ersatzteilelager. Externe Techniker braucht die Wäscherei Indlekofer nur selten. Nach der Trocknung im zweiten Stock erfolgen das Mangeln, die automatische Faltung und Verpackung. Es erleichtert die Abläufe, dass die Arbeitnehmer nun mehr Platz haben. Allerdings fiel es einigen Mitarbeitern auch schwer, sich auf die neuen Prozesse und Maschinen einzustellen, wie Susanne Mutter erzählt: „Wir haben jetzt einen anderen Takt, eine andere Masse, ein höheres Tempo.“ Mittlerweile habe sich alles eingespielt. Und einiges hat sich durch die Technik auch erleichtert. So gibt es an der Eingabestation zur Mangelstraße jetzt einen Wäschewagenkipper und einen angeschlossenen Pickup zur Vereinzelung der Wäschestücke. Aktuell bearbeitet die Wäscherei Indlekofer sowohl kundeneigene Wäsche als auch Mietwäsche. „Der Trend geht aber klar zur Mietwäsche“, sagt Jürgen Mutter. „Auf diesen Sektor werden wir uns in Zukunft stärker konzentrieren.“ Dabei will man v.a. Hotellerie und Gastronomie ein individuelles Sortiment hochwertiger Mietwäsche bieten – von Bett- und Tischwäsche über Frottiertextilien bis zu Berufsbekleidung. Aber auch für Kliniken, Pflege- und Altenheime bietet Indlekofer Mietlösungen.

Einsatz in Sachen Umwelt

Um bei allen Wäschearten, die Indlekofer bearbeitet, Sicherheit garantieren zu können, ist die Wäscherei nicht nur nach allen vier RAL-Gütezeichen zertifiziert, sondern auch nach DIN ISO 9001:2008. Für das letztere Zertifikat nahm das Unternehmen an der Pilotgruppe der DTV-Verbandszertifizierung teil. Geplant ist auch eine Zertifizierung im Umweltmanagement. Für die Umwelt setzt sich die Wäscherei Indlekofer schon lange ein. So hat das Textilpflegeunternehmen u.a. bereits einen Umweltpreis des Bundeslandes Baden-Württemberg für seine Energieeinsparungseffizienz erhalten. Im modernisierten Betrieb sorgen nun nicht nur die neuen Maschinen für umweltbewusste, sparsame Prozesse. Ein bewusster Umgang mit Waschmitteln wird auch dank einer vollelektronischen Dosieranlage von Ecolab möglich. Auch das bei Indlekofer angewandte Waschverfahren „PERformance 40“ von Ecolab trägt zur Nachhaltigkeit bei.

Das Niedrigtemperaturverfahren spart nicht nur Energie. Es sorgt auch für eine schonende Behandlung der Textilien und eine lange Lebensdauer – und gleichzeitig für einen guten Farb- bzw. Weißgraderhalt, was auch die Familie Mutter bestätigt: „Unsere Nachwäschen sind erheblich zurückgegangen.“ Das Abwasser aus dem Waschprozess wird bei Indlekofer aufbereitet und wiederverwendet, die Einsparungen werden durch den Einsatz eines Aquamiser von Ecolab unterstützt. Die zurückgewonnene Prozesswärme wird zur Erwärmung des Frischwassers verwendet – das angewärmte Wasser wird in einem 4.000-l- Tank oberhalb der Waschstraße gespeichert und bei Bedarf in die Waschstraße geleitet. Um die 30 °C hat das vorgewärmte Frischwasser – für das „PERformance-40“-Verfahren muss also zur weiteren Erwärmung nur wenig Energie eingesetzt werden. Im Kesselhaus der Wäscherei steht ein Vent-Optimiser von Ecolab, ein Wärmetauscher für den Wrasendampf im Kesselhaus.

Außerdem wird die Ausbeute des Loos-Kessels durch einen Ecojet optimiert (siehe Artikel in RWTextilservice 4/2014). Das alles sorgt in Summe für ressourcenschonende Prozesse. Die Wäscherei Indlekofer benötigt rund 5,6 l Wasser und 1,2 kW/h Energie pro Kilogramm Wäsche. Das freut nicht nur die Umwelt und die Familie Mutter, sondern auch die Kunden. Diese können sich von der umweltfreundlichen Ausrichtung ihrer Wäscherei auch selbst überzeugen und bei einer Betriebsführung einen Einblick in den Hightech-Betrieb bekommen. Zu verbergen hat die Familie Mutter auf jeden Fall nichts. Nicht zuletzt sind Jürgen, Susanne und Thomas Mutter natürlich auch stolz, zeigen zu können, was sie in den letzten 30 Jahren aufgebaut haben. „Es ist ein harter Job, aber sehr vielseitig“, sagt Susanne Mutter und freut sich, dass die Wäscherei Indlekofer jetzt für die vielfältigen Herausforderungen der Wäschereibranche perfekt gerüstet ist.

Text: Elena Schönhaar

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