AUS DEM UNTERNEHMEN

27.08.2020

Rita Schwarzelühr-Sutter informiert sich bei Textilservice Indlekofer über die Auswirkungen des Corona-Lockdowns.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter besuchte das Unternehmen Textilservice Indlekofer in Bonndorf. Familie Mutter zog Corona-Bilanz und führte die Politikerin durch den modernen Wäschereibetrieb.

Das Auftragsvolumen sackte in den Keller

Zwei Generationen Textilreinigermeister erwarteten die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter bei ihrer Sommertour in Bonndorf. Bei einem Rundgang durch den Wäschereibetrieb Indlekofer informierte Familie Mutter über Standards und die Herausforderungen in Corona-Zeiten.

Textilservice Indlekofer ist auf die Hotel- und Gastronomiebranche spezialisiert. Pflegeheime und Kliniken machen nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. Deshalb war mit dem Lockdown für die Hotels und Gaststätten auch bei Indlekofer das Auftragsvolumen schnell eingebrochen. "Normal sind 35 Tonnen Wäsche pro Tag", sagt Thomas Mutter, der Juniorchef, "während Corona waren es gerade mal fünf in der Woche."

Im Umsatz spiegelte sich das mit einem Rückgang auf zehn Prozent der üblichen Einnahmen wider. Inzwischen sei die Auftragslage wieder besser, sagt Geschäftsführer Jürgen Mutter, der Umsatz liege bei 60 bis 70 Prozent. Abgefedert wird der Ausfall durch Kurzarbeit für die insgesamt 100 Mitarbeiter/innen. Denn noch immer liefern nicht alle Kunden die gewohnten Mengen ab. "Vor allem unsere Schweizer Kundschaft vom Flughafen Zürich schwächelt weiter", ergänzt Geschäftsführerin Susanne Mutter.

"Ich hoffe nicht, dass es dabei bleibt oder wieder schlimmer kommt", sagt dazu die SPD-Bundestagsabgeordnete. Aber es müsse auf jeden Fall Vorsorge getroffen werden. "Wir dürfen die Strukturen nicht zusammen brechen lassen", so Schwarzelühr-Sutter weiter, deshalb seien die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und die übrigen Maßnahmenpakete der Regierung richtig.

Wäschereien und Reinigungen waren als systemrelevant eingestuft und mussten deshalb während des Lockdowns nicht schließen. Auf coronainfizierte Wäsche war man bei Indlekofer vorbereitet. "Wir können im Notfall die richtigen Geschütze auffahren", sagt Geschäftsführerin Mutter. Das war nur einmal notwendig, als aus einem Gastronomiebetrieb ein Wäschesack mit dem Vermerk "China" angeliefert wurde. Sein Inhalt wurde speziell behandelt. Die notwendigen Hygiene- und Desinfektionsroutinen sind bei Indlekofer etabliert.

Seit 1952 wäscht Indlekofer für Kunden aus Südbaden und aus der Schweiz. Jürgen und Susanne Mutter führen das Unternehmen seit 1985 gemeinsam und nunmehr zusammen mit der dritten Generation. Der Wechsel von der zweiten zur dritten Generation läuft gut. Juniorchef Thomas Mutter treibe neue Projekte an, sagt Susanne Mutter, das eröffne Zukunftsperspektiven für das Unternehmen und sichere die Arbeitsplätze.

Indlekofer hat in den zurückliegenden Jahren in neue Waschstraßen und neue Fördertechnik investiert. Und damit auch in den Umweltschutz. Beispielsweise werde das Spülwasser aufbereitet und dem Waschprozess wieder zugeführt. Dadurch würden jetzt nur noch 2,4 Liter Frischwasser pro Kilogramm Wäsche benötigt, erläutert Thomas Mutter, und zugleich werde mit dem Kondensat aus den Mangelstraßen das Frischwasser auf 38 Grad aufgeheizt.

Ein Thema, das die SPD-Abgeordnete in ihren Sommergesprächen immer wieder anspricht, ist in der Wäscherei Indlekofer ebenfalls gut gelöst. Alle Wäschestücke, die im professionellen Bereich nicht mehr nutzbar sind, werden aufgearbeitet. Susanne Mutter: "Fast alles kann man irgendwie weiterverwenden." Gerade bei der Mietwäsche für Hotels würden verhältnismäßig schnell gute Stoffe wieder aussortiert, weil sie dort den Erwartungen der Gäste nicht mehr genügten. Rita Schwarzelühr-Sutter attestierte dem Unternehmen nicht nur optimierte Energieeffizienz und gutes Ressourcenmanagement, sie hatte auch noch anderes als bemerkenswert notiert: "Ich habe hier kaum Plastik gesehen."

Quelle: Badische Zeitung vom 27. August 2020

Foto: Büro Schwarzelühr-Sutter

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