AUS DEM UNTERNEHMEN

21.01.2015

Von den Nöten eines Unternehmers erfahren Politiker beim Firmenrundgang in der Wäscherei Indlekofer

Unternehmer Jürgen Mutter beschreibt Fluch und Segen der Abhängigkeit seiner Wäscherei von Hotellerie und Gastronomie. Auch die Wünsche der Anwohner stellte er dar und, dass er bereits in Schallschutz investiert habe, aber nichts dagegen tun könne, dass es nach frischer Wäsche rieche.

Die Wäscherei Indlekofer hatte im vergangenen Jahr drei Millionen Euro investiert, am bisherigen Standort im Gewerbegebiet in der Allmendstraße. Das Unternehmen, das 95 Mitarbeiter beschäftigt, ist hier seit 1984 ansässig. Erst der Grundstücksverkauf eines Nachbarn ermöglichte die Investition.

Es entstand eine große neue Halle als Anbau, vor allem wurde aber auch in modernste Waschtechnik investiert. „Damit sind wir in Baden Württemberg führend“, referierte Seniorchef Jürgen Mutter vor führenden CDU-Vertretern, die das Unternehmen in dieser Woche besuchten: Die Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Gabriele Schmidt, der Landtagsabgeordnete Felix Schreiner und die Kommunalpolitiker Max Nägele und Bürgermeister Michael Scharf.

Geführt wird das Unternehmen von Jürgen Mutter und seiner Frau Susanne, sowie dem Sohn Thomas Mutter, dessen ganz besonderes Anliegen es ist, überall auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Beispielsweise wird gebrauchtes Wasser wieder aufbereitet, so dass nur 2,6 Liter Frischwasser zum Anwaschen von einem Kilo Wäsche vonnöten sind.

„Mir ist es ein Herzensanliegen, darzustellen, wo unsere Schwierigkeiten liegen“, sagte Jürgen Mutter nach dem Rundgang. Rund 90 Prozent der Aufträge erhält die Firma aus Gastronomie und Hotellerie. „Diese Abhängigkeit ist Segen und Fluch“, sagte Mutter. Deshalb sei es gerade um Feiertage wie Weihnachten oder auch Ostern wichtig, den Betrieb so aufrecht zu erhalten, dass die Kunden beliefert werden können, die gerade in dieser Zeit von der frischen Wäsche abhängig seien.

Bis Dato sei es kein Problem gewesen, an Weihnachten zweimal einen halben Tag zu arbeiten. Im ersten Anlauf wurde diesmal gar keine Genehmigung erteilt. „Erst als meine Frau massiv geworden ist und darstellte, dann Insolvenz anmelden zu müssen, konnten wir arbeiten.“ Besonders irritiert hatte dabei auch die Aussage, dass die Behörde nicht dazu verpflichtet sei, überhaupt eine Genehmigung zu erteilen.

Hintergrund sind zudem wohl auch wiederholte Beschwerden, die seit der Umbauphase immer wieder von der Nachbarschaft an die Gewerbeaufsicht ergehen, bei denen Lärm und Geruchsentwicklung im Mittelpunkt stünden. Seither sei zusätzlich in Schallschutz investiert worden, betonte Jürgen Mutter: „Wir sind unter dem Lärmlimit.“ Daran, dass es nach frischer Wäsche rieche könne er nichts machen. Direkte Hilfe konnten die Politiker freilich nicht zusagen. Einen Tipp wollen die Unternehmer allerdings umsetzen. Sie werden Nachbarn einladen, damit sie sich ein Bild von dem Betrieb machen können. Bürgermeister Michael Scharf regte noch eine andere Problemlösung an: „Wenn der Betrieb, der zu 90 Prozent für die Gastronomie arbeitet, anders eingestuft wird, gibt es auch keine Probleme mehr.“ Mit Feiertagsarbeit gebe es in der Gastronomie nämlich gar keine Probleme.

QuelleSÜDKURIER GmbH vom 21.01.2015

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