AUS DEM UNTERNEHMEN

10.10.2014

Wäscherei Indlekofer investiert drei Millionen

Großteil des Geldes fließt in Modernisierung des Maschinenparks

Die Allmendstraße ist um eine hohe Halle reicher. 90 Arbeitnehmer sind hier beschäftigt, davon 40 in Vollzeit. Die Rede ist von der Wäscherei Indlekofer, geführt von Jürgen und Susanne Mutter als Seniorchefs und deren Sohn Thomas.

Drei Millionen Euro sind hier investiert worden, zu den ursprünglichen 1400 Quadratmetern kamen weitere 1400. Zwei Tonnen Wäsche passieren die Fördersäcke pro Stunde von der Anlieferungshalle bis hin zur Mangel. Vorher waren es 1,4 Tonnen. Ein Großteil der Investition floss in den Maschinenpark. Für die meisten Maschinen war die bisherige Halle zu niedrig. Hier werden nun zusätzlich Beförderungswege und auch manche Arbeitsgänge auf der zweiten Ebene bewältigt, was den Mitarbeitern Luft für ihren Arbeitsplatz beschert. Die Kunden für die Wäscherei kommen aus dem gesamten südbadischen Raum und der Schweiz. Es sind vor allem Hotels, Kur- und Rehakliniken. Mit der alten Ausstattung stieß man an Kapazitätsgrenzen. Dennoch sagt Susanne Mutter: „Ohne Thomas als Nachfolger hätten wir das in der Größe nicht gemacht.“

Eine Erweiterung indes ist schon lange im Gespräch. Aus betrieblichen Gründen war eine Umsiedlung ins neue Gewerbegebiet am Breitenfeld nicht möglich. „Wir hatten eigentlich keine Perspektiven mehr in Bonndorf“, so Jürgen Mutter. Nur ein privater Grundstücksverkauf hat diese Investition nun möglich gemacht. Die Planung zog sich jedoch über ein Jahr hin. Einsprüche hatten die Fachbehörden beschäftigt.

Es erleichtere die Abläufe zwar, dass die Arbeitnehmer nun mehr Platz haben. Allerdings verheimlicht Susanne Mutter auch nicht, dass manchen die Umstellung schwer fiel. „Die Leute waren die Abläufe über viele Jahre gewohnt. Jetzt haben wir einen anderen Takt, eine andere Masse, ein höheres Tempo.“ Deshalb habe es auch Wechsel gegeben. „Die Mannschaft ist neu gemischt. Vielleicht muss man das Positive sehen, – das gibt auch neue Impulse.“ Dabei ist die Chefin hochzufrieden mit einem im Großen und Ganzen dennoch stabilen Mitarbeiterstamm. „Die Leute sind sehr fleißig und sehr flexibel.“ Aus fast aller Herren Länder stammen sie, – aus Rumänien, Ungarn, Italien, auch sind viele Russlanddeutsche bei Indlekofer beschäftigt. „Das ist richtig Multi-Kulti bei uns“, erzählt Susanne Mutter.

1982 hat Jürgen Mutter den elterlichen Betrieb übernommen. Damals waren 17 Mitarbeiter bei der Wäscherei Indlekofer beschäftigt. Es war einer der ersten Betriebe in der Almendstraße. Und es war eine Arbeitswelt, die sich Sohn Thomas Mutter heute kaum mehr vorstellen kann.

Über die Neuausstattung des Betriebes ist er ganz besonders glücklich. „Ich liebe diese Technik. Seit ich denken kann, helfe ich dem Vater beim Schrauben.“ Mit „Schrauben“ hat die jetzige Wäschereitechnik allerdings nicht mehr sehr viel zu tun. Computer an den Maschinen zeigen den Stand der Wäsche zu jedem Zeitpunkt. Und auch die Techniken selbst sind mit denen der heimischen Waschküche kaum mehr vergleichbar. So wird die Wäsche etwa ausgepresst, statt geschleudert, das Brauchwasser wieder aufbereitet.

Eine neue Innovation der Firma ist die Mietwäsche. Viel Bett und- Tischwäsche der kleineren Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe sei nicht industrietauglich, schildert Susanne Mutter. Mit ständig frischer, hochwertiger Wäsche wolle man sie versorgen können, angepasst an die sehr unterschiedlichen Saisonzeiten. Für diese und andere Interessenten möchte man offen sein. „Kein Mensch hat eine Vorstellung wie die Arbeit in einem solchen Betrieb aussieht.“ Deshalb sind, statt einer öffentlichen Einweihung, Demonstrationsbetriebsläufe für geladene Gäste eingeplant. Nach Anmeldung sollen darüber hinaus für kleinere Gruppen auch danach Betriebsbesichtigungen möglich sein.

QuelleSÜDKURIER GmbH vom 10.10.2014

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